Frauen bei denen der Brustkrebs früh – also noch bevor er tastbar ist - erkannt und behandelt wird haben die größten Chancen auf Heilung. In einem solchen Fall beträgt die Wahrscheinlichkeit dass der Krebs innerhalb der nächsten 5 Jahre wiederkehrt nur 5 Prozent. Mit Hilfe der Mammographie und einer ergänzenden Brustultraschalluntersuchung kann ein bösartiger Tumor bereits zu diesem Zeitpunkt erkannt werden. Leider nutzten immer noch zu wenige Frauen diese Möglichkeit der Brustkrebsfrüherkennung.

Brustkrebs symptome

Die meisten Brustveränderungen besonders während der geschlechtsreifen Jahre sind gutartig und stellen eine Folge des zyklischen Wechselspiels der weiblichen Geschlechtshormonen dar. Daher muß nicht jeder Knoten, den Sie tasten, automatisch bösartig sein. Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Brustveränderungen bemerken, sollten Sie aber möglichst bald einen Brustspezialisten aufsuchen:

  • bei neu aufgetretenen Knoten oder Verhärtungen in der Brust 
  • bei neu aufgetretenen Veränderungen in Größe, Form oder Beweglichkeit einer Brust
  • bei Rötungen oder entzündlichen Veränderungen der Brust 
  • beim Auftreten von Hauteinziehungen oder wenn sich eine »Orangenhaut« gebildet hat
  • bei Einziehungen im Bereich der Brustwarze, und wenn diese rau und schuppig verändert wirkt 
  • bei Absonderungen von Sekret aus einer oder beider Brustwarzen bei Frauen, die nicht stillen 
  • bei Schwellungen im Bereich der Achselhöhlen oder des Schlüsselbeins

Brustkrebs-Früh-erkennung

Jede Frau sollte wissen, wie sich ihr eigenes Brustgewebe anfühlt und sollten Ihren Frauenarzt bei Veränderungen sofort informieren. Eine monatliche Selbstuntersuchung der Brust sollte idealerweise in den Tagen nach einer Regelblutung regelmäßig durchgeführt werden.

Vom 45. Lebensjahr an werden in Österreich sozialversicherten Frauen alle 2 Jahre zu einer Früherkennungsmammographie eingeladen. Auf Wunsch kann man sich bereits ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig einladen lassen. Ab dem 70. Lebensjahr soll nur dann eine Mammographie durchgeführt werden, wenn ein Verdacht auf eine bösartige Brusterkrankung besteht. Eventuell führt der Radiologe zusätzlichen Brustultraschall durch um bei unklaren Brustveränderungen oder bei dichtem Brustdrüsengewebe zusätzliche Informationen zu erhalten.

Frauen, in deren unmittelbaren Familie Brust- und Eierstockkrebs bekannt sind, Frauen, in deren Familie vermehrt Krebserkrankungen festgestellt wurden, und Frauen, die selbst einmal an einem Brustkrebs erkankt waren, haben ein erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Gerade in solchen Fällen sollten die möglichen Vorteile eines früheren Beginns von Mammographien und die Verwendung von zusätzlichen Untersuchungstechniken wie beispielsweise Brustulltraschall und Kernspintomographie ausführlich besprochen werden. Gerne kann ich Sie bei dieser Entscheidung beraten.


Die gewebeprobe

Eine Gewebeprobe (auch "Biopsie" genannt) wird gewöhnlich ambulant durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten. Dabei wird nach örtlicher Betäubung ein 5 Millimeter großer Einschnitt in die Haut gesetzt. Über diese kleine Öffnung wird anschließend eine Hohlnadel bis zum Tumor vorgeschoben. Dies geschieht bei kleineren, nicht tastbaren Brustveränderungen unter Ultraschallkontrolle. Über die Hohlnadel können mit Hilfe eines so genannten Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsiegerätes mehrere, jeweils millimeterdünne Gewebeproben entnommen werden. Diese Gewebeproben werden sofort weiterverarbeitet und anschließend unter dem Mikroskop begutachtet. Sollte sich bei der feingeweblichen Untersuchung herausstellen, daß in den Proben tatsächlich Brustkrebsgewebe vorhanden ist, werden eine Reihe von weiteren Untersuchungen angeschlossen. So läßt sich in den Gewebeproben beispielsweise feststellen, ob die Tumorzellen Hormonrezeptoren besitzen, oder den Oberflächenmarker HER-2 aufweisen. Damit wird die Frage beantwortet, ob der Tumor einer Anti-Hormontherapie zugänglich ist, oder ob eine Antikörpertherapie eingesetzt werden kann. Diese Information ist vor allem bei größeren Tumoren von Bedeutung, wo derartige Therapien häufig noch vor der Operation geplant sind. Da die Gewebeentnahme unter lokaler Betäubung durchgeführt wird, ist sie praktisch schmerzlos, und die kleine Einstichstelle verheilt innerhalb von Tagen. Komplikationen, wie das Auftreten von Bluterguß oder Entzündung, sind bei diesem Eingriff selten und können in der Regel gut behandelt werden. Ich führe die Gewebeprobe in meiner Ordination bzw. in Zusammenarbeit mit spezialisierten Radiologen durch, um Ihnen eine rasche Sicherheit zu ermöglichen.