Der Wechsel - ein Thema?

Die Wechseljahre werden sehr oft mit Beschwerden wie Schweißausbrüchen, Hitzewallungen, und Schlafstörungen in Zusammenhang gebracht. Die hat viel mit der negativen Bewertung des Älterwerdens in unserer Kultur zu tun, aber wenig mit der Realität. Viele Frauen in diesem Lebensabschnitt fühlen sich nämlich wohl und sind mit Ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit durchaus zufrieden. Es gibt allerdings eine Reihe von Frauen, die sehr wohl über Wechselbeschwerden klagen, und diese können so stark sein, daß die Lebensqualität über Jahre hinweg nachhaltig beeinträchtigt ist.

Frauen in diesem Lebsensabschnitt beschäftigen sich daher oft mit der Frage, ob eine Hormonbehandlung nützlich oder gar notwendig ist. Tatsächlich führt die Zufuhr von weiblichen Geschlechtshormonen im Klimakterium meist zu einer nachhaltigen Besserung von Wechselbeschwerden. Allerdings sind gerade in den letzten Jahren die Risiken und Gefahren einer Hormonbehandlung immer deutlicher geworden. Die Behandlung von Wechselbeschwerden bedarf daher einer genauen Analyse von Symptomen und persönlichen Vorstellungen, und muß für jede Frau individuell maßgeschneidert werden.


Die Hormonersatz therapie (HRT)

Die Hormonersatztherapie ist eine geeignete Wahl für manche, keinesfalls aber für alle Frauen. Im Wechsel führt eine Hormonersatztherapie zu einer Abnahme von Hitzewallungen, nächtlichen Schweißausbrüchen und Scheidentrockenheit, oft hat sie auch einen günstigen Einfluß auf Schlaf, Stimmung und Konzentrationsvermögen. Außerdem bewahren sie die Knochendichte und schützen damit vor Knochenbrüchen. Die Hormonersatztherapie birgt jedoch auch eine Reihe von Gefahren: So kommt es unter einer Hormonersatztherapie zum Beispiel zu einer Zunahme des Risikos an Brustkrebs zu erkranken. Frauen, die bereits an einem Brustkrebs erkrankt sind, sollten auf keinen Fall eine Hormonersatztherapie verwenden. Auch das Risiko an einem Schlaganfall, einer Thrombose, oder einem Herzinfarkt zu erkranken steigt bei längerer Einnahme etwas an.


Wann ist die HRT Sinnvoll

Nicht alle Frauen »verspüren« den Wechsel: Während ein Drittel völlig beschwerdefrei sind und ein Drittel nur leichte Anzeichen des Wechsels beschreiben leidet ein Drittel allerdings unter stärkeren bis starken Wechselbeschwerden. Diese können im Extremfall so belastend sein, daß betroffene Frauen soziale Kontakte abbrechen, und sich nicht mehr in der Lage sehen, Ihrem Beruf nachzugehen. Gerade bei starken Hitzewallungen und Schweißausbrüchen können Hormone eine nachhaltige Linderung bringen, oft sogar zum völligen Verschwinden des Beschwerdebildes führen. Ähnliches gilt für Schlafstörungen, Herzklopfen oder Gelenkscherzen, wenn sie durch den Wechsel hervorgerufen werden. Da Östrogene die Wassereinlagerung im Gewebe fördern, wird auch die Scheidenwand nach dem Wechsel dünner und trockener. Dies kann zu Schmerzen beim Sexualverkehr und einer größeren Anfälligkeit für Scheidenentzündungen führen. Lokal angewendete östrogenhaltige Cremes und Zäpfchen können in solchen Fällen wirksam und zugleich sicher sein, da die Hormonwirkung fast ausschließlich auf die Scheide beschränkt bleibt. Störungen des hormonellen Regelkreises unmittelbar vor und während des Wechsels sind eine häufige Ursache von Konzentrationsstörungen, vermehrter Reizbarkeit und von depressiven Verstimmungen. Auch in diesen Fällen hat kann die Einnahme von Hormonen eine deutliche Linderung bringen. Östrogene stehen inzwischen in einer Reihe von Darreichungsformen zur Verfügung: Sie können in Form von Tabletten und Hormonpflastern, als Gel oder als Nasenspray verwendet werden. Je nach Bedarf können Östrogene allein oder in Kombination mit einem Gelbkörperhormon verordnet werden.